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Teil 5 NichtSpielerCharaktere

Diese Kapitel beschäftigt sich diesmal mit NichtSpielerCharaktere und deren Typen generell, sowie mit denen, die wir bereits auf der Relationship-Map gezeichnet haben.

Unser Beispiel-Szenario:

Diesmal nehmen wir wieder das selbe Szenario zur Grundlage wie im letzten Teil. Hier noch mal das Szenario und die dazu gehörige RelationshipMap (R-Map)

Unser diesmaliges Beispiel-Szenario entnehmen wir der Sciencefiction. Die Charaktere halten sich auf einer alten Raumstation auf, plötzlich fangen Leute an zu verschwinden, und werden zerfetzt wieder aufgefunden. Ein geheimes außerirdisches Virus hat einen gut befreundeten NSC befallen, und verwandelt ihn des Nachts in eine reißende Bestie. Der Kommandeur der Station schiebt die Vorfälle aber auf eine Gruppe Außerirdischer, welche gerade um Asyl gebeten hat, nachdem die Charaktere diese gerade noch von ihrem explodierenden Planeten retten konnten. Als Konflikte haben wir hier also Konflikt 16 (Wahnsinn) und Konflikt 33 (Falsche Beurteilung), als Anknüpfungspunkt Auftrag (und zwar im Unterpunkt Notwendigkeit).

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Typen von NichtSpielerCharaktere

In jedem Szenario tauchen im allgemeinen mehrere Typen von NSCs auf. Da wären zum einen die NSCs, welche bereits auf der RelationshipMap auftauchen, dann die vielen NSCs, welche angesprochen werden, aber kaum Mehrwert liefern (Händler, Wirte, usw.), und schließlich alle NSC die eigentlich nur dazu dienen sich den SC im Kampf sich entgegen zu stellen.
Alle NSCs, die auf der RelationshipMap auftauchen sind die sogenannten Hauptrollen, sie sind wichtig fürs Szenario, mit ihren Besonderheiten werden wir uns nachher beschäftigen.
Alle NSCs, die nicht auf der RelationshipMap auftauchen sind Nebenrollen. Hier unterscheiden wir aber noch in zwei große Gruppen.
Zum einen die Statisten. Ihre Aufgabe ist erstmal nur, da zu sein und die Welt zu bevölkern. Bei einem Statist kaufen die Helden eine neue Jacke, oder das Bier nach Feierabend. Statisten haben selten mehr, als ein Aussehen, und einen Namen, vielleicht hat der ein oder andere auch noch eine wichtige Information für die SC, dass ist die einzige Möglichkeit, wie Statisten zum Szenario beitragen.
Die andere große Gruppe der Nebenrollen sind die Handlanger. Sie sind eigentlich nur dazu da, um zu kämpfen und dann zu sterben. Sie haben im allgemeinen ein Aussehen und Kampfwerte. Sollte einer überleben, so wird er zu einem Statist.

Namen für NSC
Ein Streitpunkt, ist wievielen NSC man schon in der Vorbereitung einen Namen geben sollte. Hier reicht die Variante von keinem bis jedem der irgendwie vorkommen kann.
Der Grund, dass diese Problematik entsteht hat damit zu tun, wieviel man den Spieler damit verrät, wenn ein NSC einen Namen hat, und andere erst auf der Namensliste nachgeschaut werden müssen.
Insgesamt gibt es drei große Methoden, wie man mit den Namen der NSCs umgeht, wobei natürlich auch Mischformen denkbar sind.
Ersteinmal kann man keinem NSC einen Namen geben, und schreibt bei Hauptrollen nur eine Bezeichnung hin, ähnlich wie wir es bislang bei der R-Map gehandhabt haben. Beim Spielen schreibt man sich nun jeden NSC auf, dem man einen Namen gibt, dann merken die Spieler nicht, welches die wichtigen NSC sind. Funktioniert beim Spielen mit Spielleiterschirm auch ganz gut. Kann aber auch dazu führen, dass man wichtige NSC nur noch bei Ihren Funktionen benennt, und sie dadurch verrät. Außerdem ist diese Methode schwierig, wenn man Probleme dabei hat, sich schnell Namen auszudenken.
Die andere Seite wäre, dass man jedem potentiellen NSC, der vorkommen könnte, schon vorweg einen Namen zu ordnet, und diesen nur noch auf seiner Liste suchen muss, eine Arbeit, die mit sehr viel Aufwand verbunden ist. Der Vorteil hier ist aber, dass während des Spielens sehr wenig Zeit mit Suchen verbraucht wird.
Als dritte Möglichkeit wäre, dass man eben nur den wichtigsten NSCs einen Namen gibt, sprich denen, die auf der R-MAP auftauchen, und sich alle anderen so notiert. Den dadurch, dass die Spieler merken, welcher NSC wichtig ist, und welcher nicht, geht weniger Zeit mit ungeplanten Irrwegen verloren. Gerade für Spielrunden mit wenig Zeit ein sehr wichtiges Argument.
Ein kleiner Trick, um schnell und ohne Namensliste zu arbeiten: Man nehme die Namen von zwei Prominenten, als Beispiel Arnold Schwarzenegger und Uma Thurmann, nun nehmen wir von einem den Vornamen, also Arnold, vom anderen den Nachnamen, also Thurmann, und schon haben wir einen schnellen, vernünftig klingenden NSC-Namen, in diesem Fall also Arnold Thurmann.
Wenn der Spielstil eher komisch und slapstiklastig ist, kann man auch einfach zwei Produktnamen von Produkten am Tisch kombinieren. So entstehen Prix Braun, Slim Actron oder Balea de Melange. Wer wirklich gut ist, kann damit sogar sehr ernsthafte Namen entwickeln.

Das Leben als Hauptrolle
Eine Hauptrolle ist wichtig. Mit ihr werden die SC in jedem Fall Kontakt haben. Eine Hauptrolle spielt eine wichtige Rolle im Szenario und will ihre Ziele erreichen. Aus diesem Grund braucht eine Hauptrolle auf jeden Fall zuerst eine Motivation. Am besten fasse ich nach der Motivation die Ziele kurz zusammen.
Schauen wir uns mal die Motivation zweier unserer NSCs an.
Zum einen wäre da die Schwiegermutter. Sie mag ihren Schwiegersohn nicht, und will ihren Enkel für sich haben. Klingt doch schon mal nach einer guten, glaubhaften Motivation des NSC. Ziel ist also Engel soll in ihre Obhut.
Zum anderen wäre da der Außerirdische Häuptling, dieser will zum einen sein Volk beschützen, zum anderen aber auch seine Ehre als Kämpfer wichtig, und er ist mit seinen alten Kameraden noch immer sehr eng verbunden. Ziel ist, sein Volk beschützen, aber auch seine Ehre als Soldat nicht verlieren.
Diese Motivationen können wir auch schon oft der R-Map entnehmen, bzw. die Verbindung zu anderen Charakteren auf der R-Map gibt Auskunft über die Motivation.
Als nächstes kümmern wir uns um das Aussehen dieser NSC. Hier gibt es zum einen die Möglichkeit, mit Klischees zu arbeiten, oder ohne diese und sich bei jeder Hauptrolle wirklich ein Aussehen zu überlegen.
Beim Arbeiten mit Klischees gibt es zwei Varianten, zum einen, diese Erfüllen, zum anderen, mit diesen zu brechen.
Die Schwiegermutter könnte also eine Dauerwelle haben, eine garstige Stimme haben und insgesamt, wie ein Hausdrachen wirken. Oder aber, sie kann damit absolut brechen, und wie die eigene Lieblingsoma aussehen.

Vorteil dieser Variante ist, dass die Spieler automatisch ein Bild im Kopf haben, und man so mit wenigen Worten viel sagen kann. Weiter kann man mit dieser Methode auch Statisten sehr schnell improvisieren, so dass der Unterschied zwischen Statisten und Hauptrollen sehr gering ist (wenns um Beschreibungen geht).
Nachteil ist, dass die Vorstellungen der Klischees sehr weit von einander abweichen können. Es kann passieren, dass alle Spieler sich zwar das selbe vorstellen, aber in Gedanken etwas anderes sehen.
Dieser Nachteil erscheint aber nur einer zu sein, denn das Bild ist das selbe. Wenn Klischeebilder ein spezielles Aussehen brauchen, kann man immer leicht besondere körperliche Merkmale hinzufügen. Die Spieler werden diese automatisch mit in ihr Bild einbauen.
Beim Arbeiten ohne Klischees muss ich mir überlegen, wie der NSC aussieht, und diesen dann den Spielern Beschreiben.

Wenn der NSC nun im Spiel auftaucht, so muss ich ihn als SL auch darstellen. Dazu sollte ich mir Gedanken darüber machen, wie ein NSC spricht, und sich bewegt, sowie, welche Stellung er im Vergleich zu den SC ausmacht.
Zum Sprechen kann ich mir zum Beispiel einige typische Sätze aufschreiben, oder einen Dialekt wählen. Wenn ich mir über die Körpersprache Gedanken mache, fließt der dritte Punkt auf jeden Fall mit ein, nämlich die gesellschaftliche Stellung zu den SC. Diese kann gleichgestellt sein, überlegen oder unterlegen.
Ist der SC überlegen, und weiß das auch, dann sollte man sich als SL möglichst groß machen, Brust raus, aufrecht sitzen, mit fester Stimme sprechen, ist der SC unterlegen, so sollte man sich klein machen, leicht gebückt sitzen, Augenkontakt mit den Spielern vermeiden.
Eine wirklich einfach Methode, sich schnell das Verhalten eines NSCs zu überlegen, ist es, sich einen Schauspieler in seiner Film- oder Serienrolle vorzustellen, und dieses Verhalten als Grundlage zu nehmen. Dabei müssen die Spieler den Film oder die Serie nicht mal kennen, es dient nur als Bild im Kopf des SL. Für unsere Schwiegermutter könnten wir also gut hier muss noch was rein nehmen.

Als letztes sollte man sich noch darüber Gedanken machen, wie weit ein NSC für seine Ziele gehen würde. Würde er töten, würde er seinen Ruf riskieren, wäre er bereit zu sterben?
Die Schwiegermutter würde sicherlich niemanden töten, und auch nicht sterben für ihre Sache, aber ihren Ruf würde sie für das Wohl ihres Enkels sicherlich aufs Spiel setzen.

Checkliste Hauptrollen
Folgende Liste kann man verwenden, um schnell zu überprüfen, warum die Hauptrollen so handeln, wie sie handeln:

- Nachvollziehbare (nicht unbedingt vernünftige) Motiviation
- Aussehen? Klischee? Gegenteil des Klischees? Ganz anders?
- Verhalten? Filmrolle eines Schauspielers gewählt?
- Gesellschaftliche Stellung des NSCs im Vergleich zu den SC?

Fertig ist der Hauptrollen NSC.
Was hier noch nicht auftaucht, sind die Werte und der Name des NSC. Die Werte kommen nun nach Erfahrung und Bedarf des NSC. Wie hoch oder niedrig diese Werte sein sollen, hängt von der Erfahrung der Gruppe ab, dem gewünschten Maß an Realitätsnähe und der Schwierigkeit des Szenarios.

Der Name kann nun festgelegt werden, dieses kann aber auch erst im Spiel selbst passieren. 

 „... und zum Schluss noch ein Dungeon“

Jeder begegnet ihm irgendwann, niemand ist es selbst, und doch berichten alle davon, der schwierge Spieler.
Sei es der Powergamer, der jeden Erfahrungspunkt nur effektiv versteigert, sei es der Charakterdarsteller, der nur an seinen Char denkt, und dabei die ganze übrige Gruppe links liegen lässt, sei es der Selbstdarsteller, der immer versucht alles Spotlight zu bekommen. Aber es muss ja nicht einmal so stark sein, es kann auch einfach sein, dass zwei Spieler sehr verschiedene Ansichten haben, und durch ihren Streit oft die Gruppe stören.
Was tun mit einem solchen schwierigen Spieler? Viele SL versuchen, den Spieler durch bestrafen seines Charakters zu erziehen. Was meist dazu führt, dass der schwierige Spieler dies als persönlichen Angriff wertet.
Was hier wirklich hilft, ist eines, mit der ganzen Gruppe über das Thema reden, und zu versuchen einen Kompromiss zu schließen, mit dem alle Leben können. Redet offen und ehrlich mit einander. Und hört zu, wenn euch andere Spieler etwas sagen. Kritik ist meist ehrlich gemeint, und nicht böse. Denkt über das, was die anderen Spieler sagen, nach.
Was man auch versuchen kann, ist jemanden in die Spielrunde zu holen, der nur deswegen mitspielt, weil er gerne mit allen in der Runde (oder dem Großteil, der oder die schwierigen Spieler müssen auf jeden Fall mit dabei sein) gern zusammen ist. Dieser kann dann als Moderator dienen, ohne dass der SL damit belastet wird.
Und wenn sich wirklich kein Weg abzeichnet, mit dem alle Leben können, dass sollte man auch getrennte Wege gehen. Dank dem Internet findet man schnell andere Leute in der Umgebung, die Spielen.

Chaos

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geschrieben am: Fri, 2 Oct 2009
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